Nexus 7 in einer Hand

Nexus 7 in einer Hand

Tags:

Ich habe mir einfach mal für meinen nächsten Kurs über eBooks ein Nexus 7 1 2 3 von Google mit gebracht, weil ein Android 4 Gerät in der Reihe von iPad und Kindle noch fehlte. Abgesehen der ganzen Berichte, habe ich mir ein ganz persönliches Bild machen können, dass ich hier nicht vorenthalten möchte.

Ich gebe zu, dass mein Hauptwerkzeug der Mac ist und damit die Affinität auch die anderen Produkte von Apple zu nutzen sehr nahe liegt. Ich denke aber, dass ich nicht voreingenommen bin, nicht zuletzt deshalb, weil ich auch mit Linux und FreeBSD arbeite. Ich kann also über den Tellerrand schauen ;-)

Schaut man sich das Foto an, könnte aus dieser Perspektive der Eindruck entstehen, es liegt ein iPad Nano neben dem iPad. Es gab auch keine Auspackprobleme, wie es bei youtube zelebriert wurde. Ganz nüchtern hatte ich also ein sieben Zoll Gerät in meinen Händen und war gleich vom Formfaktor, also was die Größe betrifft, überzeugt. Warum sich Steve Jobs gegen ein sieben Zoll iPad ausgesprochen hat, kann ich noch nicht nachvollziehen. Das Nexus 7 liegt gut in einer Hand; für mich ist die Größe genau richtig. Ein Zwischending zwischen iPad (10 Zoll) und irgend ein Smartphone. Also nicht zu klein, wo es schon eine Kunst wird, viel Text mit Funktion unter einer Haube zu bekommen, bzw. nicht zu groß, wo es schon unhandlich wird. Alles erscheint gut übersichtlich. Obwohl das Gehäuse aus Kunststoff besteht (der Rücken aus einer gummierten Schale) überzeugte die Wertigkeit, keine Fertigungsprobleme oder dergleichen, wie oft gelesen.

Beim ersten Einschalten hat mich das klare Display angelächelt. Zwar kommt es an ein Retinadisplay nicht heran, aber das iPad 1 von mir ist schon geschlagen. Auch vom Gewicht her ist es ok; zum Lesen im Bett würde ich aber immer noch den federleichten Kindle bevorzugen. Auch deshalb, weil ein eInk-Display hier eindeutig Vorteile gegenüber ein TFT-Display hat, obwohl es durchaus noch augenfreundlich ist (für das lange Lesen).

Meine ersten Orientierungsprobleme mit Android sind schnell vorüber gegangen. Die ersten Tests sind alle samt positiv verlaufen. Mit gTalk kann Dank des Jabber-Protokolls auch ein Chat mit der neuen Chat-Software (Nachrichten) von Apple statt finden ;-)

Völlig überfordert war ich mit dem Shop von Google mit dem Namen Play. Vor lauter Bäume habe ich den Wald nicht gesehen. Ganz einfach am Beispiel, eine RSS/Atom-Reader-App zu finden. Hunderte von solchen Readern wird angeboten. Hier die Richtige zu finden, war eine Try-and-Error-Geschichte. Google brachte zwar etliche Suchergebnisse von Webseiten zu Tage, die versprachen die besten Android-Apps vorzuschlagen. Zuletzt überzeugt der eigene Geschmack und so verbrachte ich einige Stunden mit der Suche nach geeigneten Programmen für mich.

Da nicht alle Programme kostenlos sind, kommt man ganz schnell an den Bezahldienst Wallet von Google. Eine Art Paypal, wo Google die Kreditkartendetails hinterlegt und über Wallet entsprechend den Bezahlvorgang abwickelt. Ich denke, dass Paypal sich das nicht lange auf sich sitzen lassen wird, denn von der Dienstleistung her sieht das verdammt ähnlich aus. Zumal Google diesen Dienst auf Smartphones ausweiten wird, um auch im echten Geschäft über eine kontaktlose Brücke im Nahfunkbereich bequem seine Jeans bezahlen zu können. Mein Inneres sträubt sich noch, auch noch Google meine Plastikdaten zu geben, daher habe ich mich erst auf die kostenlosen Programme konzentriert. Zu den kostenlosen Programmen gehören auch die Klassiker von Google, und hier erkennt man ganz schnell die enge Verzahnung zwischen Google+, gTalk und Konsorten. Fast schon gespenstisch werden z.B. Bekannte über verschachtelte Verbindungen zu neuen Google+ Freunde. Das liest sich jetzt vielleicht naiv, auch mir ist die Datenkrake nicht unbekannt, nur hierbei wird dies plastisch vor Augen gehalten.

In Summe macht das Nexus 7 spaß. Mit Android 4.1 (Jelly Bean) fühlt sich die Gestensteuerung flüssig an. Mir ist der fehlende SD-Karten-Slot und der Video-Ausgang nicht aufgefallen. Für rund 200 Euro (8 GB) das Nexus 7 als Billigtablet zu beschreiben, grenzt schon fast an Dekadenz. Wer ein feines Gerät zum Lesen von Mails, ein wenig sich im Netz bewegen will, etwas lesen, hören oder spielen will, liegt hiermit genau richtig. Google ist auf dem besten Weg, aber noch nicht ganz an Apple heran gekommen.