Medien-Jonglage

Medien-Jonglage

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Nun war es soweit, eine neue Anforderung wurde an mich gestellt, alle Fotos einfach dem Fernseher zur Verfügung zu stellen. Die Betonung liegt hierbei auf "einfach". Man muss wissen, dass meine Frau die Arbeit gemacht hat, alle Fotos (und das sind nicht wenige) zu sortieren, unabhängig einer Verwaltungssoftware. Einfach auf Verzeichnisebene, nach Jahr und Monat abgelegt, so dass alle möglichen Softwarewerkzeuge egal von welcher Plattform aus darauf zugreifen können. Voraussetzung ist hierbei ein zentraler Server, auf dem alles liegt.

Dann ging für mich die Suche los. Unser Fernseher, kann leider nicht auf SMB/CIFS-Freigaben per LAN zugreifen, was ja bei mir die Voraussetzung ist. Schließlich werden bei unserem Server die Foto-Freigaben per Samba zur Verfügung gestellt. Extra einen neuen Fernseher zu kaufen, macht keinen Sinn. Also ging die Suche bei Streaming-Clients weiter. Voraussetzung hier, keine Festplatte und die Kosten sollten im Rahmen bleiben.

Freunde wurden kontaktiert, um deren Erfahrungen zu sammeln. Leider versäumen die Hersteller weiter reichende Angaben zu Ihren Produkten zu machen. Das so gut wie alle Formate unterstützt werden, davon gehe ich mal aus, aber ob eine vernünftige SMB/CIFS-Client-Unterstützung vorliegt, kann man nur bedingt in Erfahrung bringen. Fragen zu diesem Thema in bestimmten Fachhandelsgroßketten haben nur Fragezeichen bei den Befragten erzeugt. Dann zu allen favorisierten und für gut getesteten Geräten, die Handbücher zu studieren, wollte ich auch nicht gleich.

Fast einheitlich wurde von meinen Befragten das Streaming-Gerät von Xtreamer empfohlen. Und ich muss sagen, dass hier wirklich alles funktioniert, wie ich es mir wünsche. Eine Leihgabe für Zuhause brachte allerdings eine bestimmte Ernüchterung zu Tage. Erstens der Stresstest solcher Geräte durch meine Frau, und zweitens den sogenannten Woman Acceptance Factor (WAF). Kommen wir zum Ersteren, denn hier gab es gleich Punktabzug, weil das erwartete Ergebnis relativ spät kam. Bedeutet, wurde ein Punkt mit der Fernbedienung ausgesucht und die Reaktion auf sich warten ließ, wurde mit der Fernbedienung der gleiche Punkt ein paar mal mehr angetriggert. Was die Folge hatte, dass gleich mehrere Menüsprünge durchlaufen waren, nachdem die Rechnereinheit sich überlegte nun gehorsam zu sein und der Befehlsflut der Fernbedienung nach zu geben. Und dann zum zweiten Punkt (WAF) kann ich nur den Satz wieder geben:"Muss das so hässlich sein?".

Tja in Summe konnte ich nicht widersprechen, denn die Wartezeit zwischen Aktion und Reaktion war zwar für mich noch ok, konnte aber reproduzierbar mehrfach nachgestellt werden. Geräte mit schöner Menüführung zu finden ist auch schwierig. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass viele Geräte mit fast gleicher Hardware das Referenz-Design ein wenig ändern, aber den europäischen Geschmack hierbei fast außer Acht gelassen haben. Zwar geben sich Geräte wie WDTVLive Mühe, aber enttäuschen mit der aus meiner Sicht noch schlechten SMB/CIFS-Client-Implementierung (keine Option für Benutzernamen und Kennwort pro Freigabe). Zwar wurde optisch und bestimmt auch technisch mit der Folgegeneration viel aufgeholt, aber einerseits wollte ich kein Risiko eingehen und etwas ohne Festplatte zu bekommen, wird immer schwieriger.

Was bleibt dann noch übrig? Etwas was flott von der Hand gehen soll und zudem in schön? Das aktuelle Apple TV geht zwar in flüssig und in schön, nur sind die Freigaben auf dem Server nicht erreichbar, weil hier nur der Umstand über laufende Rechner mit iTunes funktioniert. Also alles dezentral, und nur in 720p Auflösung war keine Lösung für mich.

Aktuell habe ich mich nun auf das XBMC 1 eingeschossen, denn ein Freund hat noch dieses Medien-Center auf einer alten XBox zum Zeigen laufen gehabt. Auf meinem Testrechner habe ich die frei verfügbare Installation zum Testen installiert, was wirklich einfach von der Hand geht. Völlig überrascht hat mich noch dazu eine Steuerungsmöglichkeit per iPad/iPhone App (der XBMC-Commander 2). Alles funktioniert und wurde auch akzeptiert (WAF). Den passenden Rechner (Giada Cube N3 mit Atom 330 und ION-Unterstützung) für das Wohnzimmer fand ich über eine Promo-Aktion zu einer Linux-Distribution (openELEC 3), die sich ebenfalls ausschließlich auf das XBMC konzentriert und auch eine schnelle und schlanke Installation des XBMC erlaubt. Der Preis von rund 150.- Euro (ohne Hauptspeicher und eingebauter Festplatte) war für mich akzeptabel, da ich noch einige Bauteile hatte (RAM-Modul und Memory-Stick als lokales Laufwerk), die ich dem Wohnzimmer-PC (der auch noch einigermaßen schick ist) spendieren konnte.